Mit Andrina Trachsel den verlorenen Sitz zurückholen

Andelfinger Zeitung, 20.05.2022

Paul Mayer als Bisheriger war gesetzt auf der Liste der SVP für die Kantonsratswahlen im Februar 2023. Als Nummer zwei steigt Andrina Trachsel ins Rennen, dahinter Matthias und Stefan Stutz. Ihr Ziel: zwei Sitze.

4 von 180 Sitzen im Zürcher Kantonsrat stehen dem kleinsten Wahlbezirk Andelfingen zu. Zwei davon besetzte in jüngster Vergangenheit immer die SVP (1999 bis 2003 waren es gar drei). Auch vor vier Jahren gelang ihr die Verteidigung der zwei Weinländer Sitze relativ unspektakulär. Im Kanton musste sie aber einen herben Verlust von 9 Sitzen hinnehmen und kam noch auf 45 Mandate. Die Folgen sind bekannt: Auf Druck des Vorstands musste die gesamte Parteileitung gehen.

Auch Kantonalparteipräsident Konrad Langhart ging. Und weil der Bio- Landwirt aus Stammheim seinen Kantonsratssitz behielt und zur Partei Die Mitte wechselte, verlor die SVP in Andelfingen einen. Diesen will sie zurück – nebst der Wiederwahl von Paul Mayer (Marthalen) ist dies das oberste Ziel. Der 58-Jährige führt die Liste an, die die Findungskommission präsentierte und die am Mittwochabend von den Delegierten praktisch einstimmig angenommen wurde. 4 von 180 Sitzen im Zürcher Kantonsrat stehen dem kleinsten Wahlbezirk Andelfingen zu. Zwei davon besetzte in jüngster Vergangenheit immer die SVP (1999 bis 2003 waren es gar drei). Auch vor vier Jahren gelang ihr die Verteidigung der zwei Weinländer Sitze relativ unspektakulär. Im Kanton musste sie aber einen herben Verlust von 9 Sitzen hinnehmen und kam noch auf 45 Mandate. Die Folgen sind bekannt: Auf Druck des Vorstands musste die gesamte Parteileitung gehen. Auch Kantonalparteipräsident Konrad Langhart ging. Und weil der Bio- Landwirt aus Stammheim seinen Kantonsratssitz behielt und zur Partei Die Mitte wechselte, verlor die SVP in Andelfingen einen. Diesen will sie zurück – nebst der Wiederwahl von Paul Mayer (Marthalen) ist dies das oberste Ziel. Der 58-Jährige führt die Liste an, die die Findungskommission präsentierte und die am Mittwochabend von den Delegierten praktisch einstimmig angenommen wurde.

In Coronazeit bekannt geworden
Hinter ihm folgt Andrina Trachsel (Feuerthalen). Zwei Sitze stünden der SVP zu, findet die 39-Jährige. Vor vier Jahren kandidierte ihr Mann Michael, jetzt stellt sie sich zur Verfügung – auf der aussichtsreichen Position zwei. Andrina Trachsel, die in der Corona-Zeit mit ihrer Petition gegen das Maskentragen an der Primarschule nationale Bekanntheit erlangte, soll also den Sitz zurückholen.

Dieser sei «gestohlen» worden, präzisierte Matthias Stutz (47) am Rande der Versammlung; der Gemeindepräsident von Marthalen geht auf Platz drei ins Rennen, der mit ihm nicht verwandte Stefan Stutz (35, Rudolfingen) auf Platz vier. Ein Selbstläufer werde die Rückeroberung nicht, meinen alle vier Kandidierenden der SVP. Im Bezirk treten am 12. Februar 2023 alle Bisherigen wieder an. Konrad Langhart (Mitte, Stammheim) will seinen Sitz ebenso verteidigen wie Martin Farner (FDP, Stammheim), Sibylle Jüttner (SP, Andelfingen) und eben Paul Mayer. Wie die SVP den Wahlkampf bestreiten wird, will sie Anfang Juni festlegen, wenn sich die Kandidierenden ein erstes, aber sicher nicht ein letztes Mal treffen. Klar ist: Der Wahltermin 12. Februar ist früh im Jahr, bloss sieben Wochen nach Weihnachten. «Pelzkappen- Wahlkampf», monierte Paul Mayer denn auch in einem Vorstoss. Ihr Wahlkampfleiter ist Alt-Nationalrat Ulrich Schlüer (Flaach).

Eine gelungene, lokale Polit-Arena

SVP und SP kreuzten im Stubensaal die Klingen zu den vier kantonalen Vorlagen. Und auch das Publikum brachte sich ein. Polit-Arena hiess das Format, die Bilanz fällt positiv aus – mit einer Ausnahme.

Andelfinger Zeitung, 26.04.2022

Dass der Hauptinitiant der Polit-Arena am Freitagabend, Kantonsrat Paul Mayer (SVP, Mar­tha­len), am Schluss nicht ganz zufrieden war, lag am Aufmarsch. Gut 25 Personen kamen in den Stubensaal zur Veranstaltung zu den vier kantonalen Vorlagen vom 15. Mai. Und tatsächlich hätte das Format, wie es SVP und SP arrangiert hatten, mehr Zuspruch verdient gehabt. Mit ein Grund war jedoch die Kurzfristigkeit, mit der der Anlass aus dem Boden gestampft worden war.

Um Vorlaufzeit ging es in der Vorlage bezüglich 18 Wochen Elternzeit für Mann und Frau. Moderatorin Christina Furrer (EVP, Henggart) gab jeweils eine kurze Einführung in das Thema und liess der Pro- (4x SP) und Kontraseite (4x SVP) je zwei Minuten Zeit für die jeweilige Position. Danach folgte ein Schlagabtausch, und die Runde wurde fürs Publikum geöffnet, das sich auch rege einbrachte.

Elternzeit kostet, bringt sie etwas?
Zurück zur Elternzeit. Für Paul Mayer ist dieses Begehren wieder eine Zürcher Insellösung, völlig abgehoben in der schweizerischen Landschaft und nur nachteilig für Firmen. «Kinder zu machen und zu wollen, ist keine Staatsaufgabe», sagte er. In seinem Betrieb wäre durchschnittlich eine Person pro Jahr betroffen, das mache bei 720 Stunden zu 100 Franken 72’000 Franken aus. Er stelle Leute ein, damit diese ar­bei­te­ten.

Sie sehe die Kosten, sagte Sibylle Jüttner (SP, Andelfingen), ab Juni Mitglied im Kantonsrat. Jedoch würde mit einem Ja die Wiedererwerbstätigkeit von Frauen gefördert, was auf Dauer auch mehr Steuereinnahmen bringe. In den 18 Wochen habe ein Paar dann Zeit, die neue Familiensi­tua­tion zu gestalten. Dafür habe man neun Monate Zeit, warf eine Frau ein. Nicht alles sei planbar, entgegnete Sibylle Jüttner. Und ein bisschen Vorlaufzeit hätten ja auch die Firmen. Eine Zuhörerin meinte, man müsse in der Politik den Knebel eben hoch werfen, um irgendwann etwas zu erreichen.

Klimaartikel in die Verfassung?
Viel erreicht wurde für ökologische Kreise im Kanton bereits mit der Annahme des Ener­gie­­gesetzes. Nun soll ein Klimaartikel in die Verfassung aufgenommen werden, der das Bestreben klar festhält, wie Kantonsrat Felix Hösch (SP, Zürich) sagte. Das Gesetz allein reiche nicht. Zürich leiste sich bereits das strengste Ener­gie­­gesetz, sagte Kantonsrat Christian Lucek (SVP, Dänikon). In den nächsten 20 Jahren verursache dieses Kosten von 20 Milliarden Franken. «Wir sind auf dem Weg», mehr brauche es nicht, sagte er. Doch, fand Felix Hösch. Zürich habe als Innovationsstandort auch eine Vorreiterrolle. Ein Nein berge die Gefahr, dass man sich zurücklehne.

Auch über diese Vorlage diskutierten nicht nur die beiden Kantonsräte, die auch in der gleichen Kommission sind. Ein Gewerbler meinte, das Fuder werde überladen. Ständige Veränderungen im Bereich Ener­gie­ führten dazu, dass man nicht mehr nachkomme, Investitionen zu amortisieren. Ein Landwirt kritisierte nötige Investitionen von 40’000 Franken auf seinem Hof, bloss um Gülle ausbringen zu können. Und ein Rentner beklagte, dass er auf den in Aussicht gestellten Förderbeitrag von 9300 Franken für seine Erdsondenbohrung seit mehr als einem Jahr warte. Das sei nicht gut, bedauerte Felix Hösch.

Wählen, aber nicht wählbar
Gegen das Stimmrechtsalter 16 sprach Andreas Leupi (SVP, Oberengstringen). Bei seiner Wahl 2018 in den Gemeinderat war er mit 21 Jahren der jüngste Exekutivpolitiker im Kanton (seit 2022 ist das Joel Sigrist, 19, aus Flaach) und interessierte sich also früh für Politik. Klar wäre es cool gewesen, hätte er früher mitbestimmen können, sagte er. Ihn stört bei der vorliegenden «Bastellösung», dass 16-Jährige wählen, aber selber nicht gewählt werden könnten. Bei der politischen Verantwortung müsse irgendwo eine Grenze gezogen werden, und die sei bei 18 richtig. Für jene, die sich früher einbringen wollten, gebe es niederschwellige Lösungen wie zum Beispiel Jugendparlamente.

Sibylle Jüttner sieht den Vorteil von einem auf 16 Jahre herabgesetzten Stimm- und Wahlrechtsalter, dass Jugendliche dieser Altersklasse in ein Umfeld eingebunden sind, das eine politische Bildung ermöglicht. Gingen alle an die Urnen, hätte Zürich 2,4 Prozent mehr Stimmberechtigte. Es sei höchstens eine kleine Gruppe, meinte Andreas Leupi. Die Stimmbeteiligung würde gar noch sinken.

Die Gefahr einer Manipulierbarkeit, wie sie die SVP plakativ darstellt, sieht Gymilehrerin Sibylle Jüttner nicht. Viele junge Menschen hätten den Anspruch, ein Thema zu verstehen und würden neutraler an Vorlagen herangehen als ältere in ihrem Links-rechts-Schema. Eine ehemalige Schulleiterin sagte, die Anforderungen in den Schulen seien gestiegen, und auch im Stras­senverkehr habe es schon Anpassungen nach unten gegeben. «Wir dürfen Jugendlichen etwas zutrauen.»

Gesetz ist nötig, aber dieses?
Zum Bürgerrechtsgesetz vertrat wieder Felix Hösch die Ja-Parole. Er liess sich in Zürich einbürgern – die Stadt habe er bewusst dafür gewählt. Die Vorlage bezeichnete er als Kompromiss, die weder eine Erleichterung noch eine Verschärfung bringe, aber eine Vereinheitlichung innerhalb des Kantons. Gegen die Vorlage war im Kantonsrat nur die Fraktion von SVP und EDU. Es brauche zwar ein Gesetz, fand Kantonsrat Diego Bonato (SVP, Aesch). Es sei aber derart lasch ausgelegt worden, «dass wir dagegen sind». Die Anforderungen seien zu weich und aufs Minimum reduziert, das sei stossend.

In der Diskussion wurden ein paar Beispiele aus dem Ausland zum Besten gegeben. So sagte ein Mann, seine Mutter habe 1964, als sie von Dänemark in die Schweiz kam, die Autoprüfung wiederholen müssen. Jemand verwies auf die strengen Regeln in Kanada, und ein anderer sagte, er sei nach zwei Jahren in Australien angefragt worden, ob er sich einbürgern lassen wolle – ohne etwas unternommen zu haben.

Wie in der TV-Arena war nach 90 Minuten Schluss. Machte gut 20 Minuten pro Thema. Paul Mayer hatte anfänglich Bedenken, dass dies zu wenig wäre. «Aber es war alles gesagt», bilanzierte er. Das lag auch an der Gesprächsleitung von Christina Furrer, die selten, aber wo nötig bestimmt aufs Thema zurückführte. «Ja oder Nein, Nein oder Ja?», schloss sie die jeweiligen Blocks ab. Das letzte Wort hat am 15. Mai das Stimmvolk.

SVP setzt auf Stufe Gemeinde auf Sachpolitik

ANDELFINGEN 
Ein Ersatzredner und 16 Kandidierende für Behördenämter – die SVP des Bezirks hat in die «Autohalle» geladen. Die Voten verrieten: Das Partei-Etikett ist nicht unbedingt ein Vorteil.

Zum Beispiel Susanne Friedrich aus Ellikon am Rhein. Sie ist seit 2002 Gemeinderätin in Marthalen, zuständig fürs Soziale und möchte wiedergewählt werden. Sie vertrete den Bezirk in der Sozialkonferenz, will sich nun auch wegen der Ukraine-Flüchtlinge gern weiter einsetzen. Ja, es seien viele interessante Aufgaben, sagte sie, «auch als SVP-Mitglied».
Oder Martin Farner-Schmid aus Guntalingen. Er machte sich für die Fusion in Stammheim stark, wurde in der Ersatzwahl im Dezember 2019 in den Gemeinderat gewählt und tritt wieder an. Man könne sich auch als SVPler durchsetzen, er habe anfangs aber «viel Widerstand gespürt».

Ein Kandidat, der polarisiert
Das sind zwei Aussagen von Behördenmitgliedern der grössten Partei im Bezirk, die am Mittwochabend ihre Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeindewahlen vom 27. März vorgestellt hat. Knapp 80 Personen kamen, gross-mehrheitlich aus dem eigenen Lager.
Eine grosse Parteivielfalt zeigt sich bei der Auswahl in die Sek Kreis Andelfingen. Für die SVP stellt sich Alexander Segert zur Verfügung – bei ihm kommt noch ein anderes Etikett dazu: Der Werber der Partei wird mit vielen nationalen Kampagnen und Sujets in Verbindung gebracht, die polarisieren. Dessen ist er sich bewusst. Er mache mit der Agentur Sachen, die andere nicht machen würden, sagt er später unter vier Augen. Muss man Angst haben vor einem Schulpfleger Segert? «Ich glaube nicht», sagt er. Nach einem Gespräch höre er oft, sie hätten ihn sich anders vorgestellt. Beruflich gehe es ihm um die Sache und darum, Lösungen zu finden, die tragfähig, aber nicht zwingend die eigenen und vielleicht deshalb erfolgreich seien. «Kompromisse sind Teil meiner Arbeit.» Er sieht sich als Bereicherung für eine Behörde, als kritischen Geist, der hinterfragt. Und der den pädagogischen Gedanken kenne und wisse, was Lehrer beschäftige. Denn «in meinem früheren Leben war ich Lehrer.» Das war in den 90er-Jahren. Mit einstigen Gymischülerinnen und -schülern im Lee in Winterthur stehe er immer noch in regelmässigem Kontakt, es seien lebhafte Diskussionen.
Für die Schulpflege meldete er sich nach dem Aufruf der aktuellen Behörde, es fehlten Kandidaturen. Nun ist die Liste auf elf Personen (für sieben Sitze, siehe Seite 12/13) angewachsen, zurückziehen wollte er nicht. Was er will: sich für eine berufsorientierte Bildung einsetzen. Wie es in Andelfingen sei, wisse er zwar nicht. Aber Lernende in seiner Werbeagentur hätten zum Teil grosse Defizite, was Sprache und Ausdrucksweise betreffe.

Auch zu Hause in der Minderheit

Bezirksparteipräsident Paul Mayer (Marthalen) führte durch den Abend und bat die Kandidatinnen und Kandidaten in der Reihenfolge der Ortschaften, sich vorzustellen. Die grössten Delegationen stellten Marthalen und Feuerthalen mit je vier Personen. Matthias Stutz (Marthalen) möchte Gemeindepräsident bleiben. Geeignet dafür, die Behörde mit sich erneut abzeichnender Frauenmehrheit zu führen, sei er, weil er und sein Sohn in der sechsköpfigen Familie auch in der Minderheit seien.
Kandidierende für Schulpflegen betonten die Wichtigkeit der Bildung und den Wunsch Bindeglied zu den Eltern sein zu wollen. Auf Stufe Gemeinde ist die Zukunft der Jungen ein Anliegen, der Draht zu Bürgerinnen und Bürgern, schlanke Strukturen, ein aktives Kleingewerbe und Familienfreundlichkeit. Ein bisschen politisch wurde einzig Vanessa Monhart, die für die Schulpflege Trüllikon kandidiert und findet, ein Rechtsrutsch in der Behörde würde nicht schaden.
Der angekündigte Regierungsrat Ernst Stocker fehlte krankheitshalber. Ersetzt wurde er durch Kantonsrat Tobias Weidmann (Hettlingen), der redegewandt die Folien des Zürcher Finanzdirektors präsentierte und eine Inflation voraussagte. Die Zügel anzuziehen durch Zinserhöhungen sei in ganz Europa und anders als in den USA nicht möglich, weil zu viel Geld im Umlauf sei. Die SVP bezeichnete er als die einzige Partei, die in Sachen Sicherheit («ist nicht delegierbar»), Energie und Staatsausgaben (tief halten) nie die Meinung geändert habe.

Pferdehof-Besitzer greift zu

18.03.22, Andelfinger Zeitung

Hof und Wald kamen nicht unter den Hammer. Das Landwirtschaftsland hat Jakob Möckli ersteigert, um seinen Pferdehof Tiefental zu expandieren. Er arbeite mit dem bisherigen Besitzer zusammen.

Nach 25 Minuten war die Steigerung fertig. Das war nach der Veräusserung der beiden Parzellen «Dachsenhuserwise» in Ossingen und «Talackerboden» unterhalb des Hofs Türni der Fall. «Wenn die Forderungen gedeckt sind, hören wir auf», erklärte Roland Eggenberger vom Betreibungsamt Andelfingen das Vorgehen. Einfluss nahm er bei der Reihenfolge: Zuerst kam Entbehrliches unter den Hammer.

Für beide genannten Stücke lagen schriftliche Offerten vor. Die 570 000 Franken für die ersten 41 634 Quadratmeter wurden nicht überboten, die 265 000 Franken für die 17 501 Quadratmeter schon. Den Zuschlag erhielt schliesslich aber der gleiche Bieter, Jakob Möckli aus Schlatt. 880 000 Franken sind ihm die Ländereien wert. Mit durchschnittlich 14.88 Franken pro Quadratmeter wurde der im Freiverkauf mögliche Wert (siehe Kasten) deutlich übertroffen. Dies erklärt vielleicht, warum der aktuelle Pächter der «Dachsenhuserwise» gar nicht zum Bieten kam. Äussern wollte er sich dazu gegenüber der Zeitung nicht.

60 Interessierte wohnten der Versteigerung am Dienstag im Löwensaal bei. Zeitpunkt und Ort waren noch angepasst worden, eine Frau erkundigte sich vor 10 Uhr vor dem Schloss über den Beginn – da war alles aber schon gelaufen. Einfluss auf den Verlauf der Gant hätte ihr Kommen aber nicht gehabt.

Ihr Augenmerk dürfte wie das vieler anderer den in der Anzeige (AZ vom 25.2.2022) aufgeführten anderen drei Positionen gegolten haben, dem Bauernhof selber oder den beiden Parzellen Wald in Marthalen und Ossingen. Laut Roland Eggenberger war das Interesse im Vorfeld gross gewesen. Nach der ersten Publikation im November hätten sie täglich Telefonate gehabt. Und dann ging es ziemlich unspektakulär über die Bühne mit dem Resultat, dass in Marthalen bald ein weiterer professionell geführter Pferde-Einstellstall betrieben wird.

Geschäfte zusammenlegen

Die «Andelfinger Zeitung» wartet im Betreibungsamt im Schloss auf den Käufer. Jakob Möckli kommt, trägt einen roten Lumber mit Pferde-Pin dran. Ja, er habe kurz Zeit, sagt er und lobt das Vorgehen des Betreibungsamts, zuerst das Land zu veräussern. Jakob Möckli ist Landwirt, was Voraussetzung war, damit er bieten konnte. Er sei am Pferdebusiness interessiert. In Schlatt TG bei Trüllikon betreibe die Familie den Pferdehof Tiefental, sein Sohn stehe als Nachfolger bereit, um den Betrieb mit gleicher Kompetenz weiterzuführen.

Bezüglich ihrer Absichten seien sie von Anfang an transparent gewesen und wollten den ganzen Hof weiterführen. «Wir legen die Geschäftstätigkeiten zusammen.» Sie würden in einen bereits bestehenden Pferdebetrieb einsteigen – er sagt nicht übernehmen –, dem es aber stetig schlechter ging, und sie seien interessiert, die vorhandenen Ressourcen nicht zu zerstören. Sie, der Besitzer und dessen Partnerin seien sich bezüglich der Zusammenarbeit einig. Und er finde es einfach schön, «dass der Hof zusammenbleibt.»

In Schlatt hätten sie eine top Infrastruktur, in Marthalen nun Land und fachlich kompetente Leute auf dem Betrieb. «Das hilft uns weiter.» Mit dem Landverkauf sind die finanziellen Sorgen der Besitzer fürs Erste getilgt (sofern die Gant rechtskräftig abgeschlossen wird). Weitere Probleme könnten aber wieder auftauchen, meint Jakob Möckli. Sie wollten nun zusammen einen guten Weg gehen. Und es sei doch gut für die Region, wenn in einen solchen Betrieb investiert werde.

Dies hat Jakob Möckli vor. Bei der Versteigerung habe er sein Angebot nachbessern müssen und sei an seine Vernunftsgrenze gegangen, nicht aber ans Limit. Es sei also noch etwas vorhanden für Anpassungen.